Unsere Familiengeschichte: Leben mit Neurodivergenz, Autismus, Legasthenie und Epilepsie

Mama und Tochter auf dem Arm von Hinten Gran Canaria

Es gibt Geschichten, die schreibt man nicht freiwillig. Sie entstehen einfach – Schritt für Schritt, Jahr für Jahr – zwischen Alltag, Chaos, Schulgesprächen und Familienmomenten, die gleichzeitig anstrengend und wunderschön sind. Unsere Geschichte ist so eine. Und genau deshalb gibt es jetzt diesen Blog: „Leben mit Vielfalt“.

Wir sind eine Familie mit vier Kindern. Jedes von ihnen ist einzigartig – und mehrere von ihnen sind neurodivergent. Autismus, Epilepsie, Legasthenie – diese Wörter begleiten unseren Alltag inzwischen so selbstverständlich, wie andere Familien über Fußballtraining, Klavierunterricht oder Mathe-Nachhilfe sprechen.
Und trotzdem war es ein langer Weg bis hierher.


Unser Weg

Trondheim Fjord Sonnenaufgang im Winter Fjord Norwegen
Am Trondheim Fjord

1999 wurden wir jung Eltern. Wir hatten keine Ahnung, was auf uns zukommt – und wie viel wir lernen würden. Alles fühlte sich gleichzeitig riesig und aufregend an. Mit Anfang 20 steht man ohnehin noch mitten im eigenen „Erwachsenwerden“, und plötzlich ist man für ein kleines Leben verantwortlich.
Unser erstes Kind war ein Vorzeigebaby: alles nach Plan, ohne große Probleme.

Mit dem zweiten Kind tauchten wir ein in die Welt der neurodivergenten Kinder – auch wenn wir damals das Wort natürlich noch gar nicht kannten.

2005 sind wir nach Norwegen gezogen. Voller Abenteuerlust, offen für Neues – und in ein völlig anderes Leben, da wir in ein Camphill zogen.

Dort wuchsen unsere Kinder in einer Umgebung auf, die viel Freiheit bot, andererseits aber auch ganz eigene Hürden hatte.

Zwischen 2005 und 2018 waren wir so etwas wie „Expats im Dauerlernmodus“: Wir mussten nicht nur Sprache und Kultur lernen, sondern auch die Eigenheiten des Systems und gleichzeitig unsere Kinder verstehen, begleiten und fördern.

In Norwegen kamen dann noch zwei Kinder dazu. Der Altersunterschied zwischen den ersten beiden und den letzten beiden ist etwas größer – was unseren Alltag noch bunter machte.

finja und saskia auf schlittschuhen

Diagnose-Marathon

Wer selbst ein neurodivergentes Kind hat, weiß, dass der Weg zur Diagnose selten geradeaus führt. Oft ist er ein Labyrinth aus Wartezeiten, Fehldeutungen, Missverständnissen und dem Gefühl, dass niemand so richtig zuhört.

Wir haben Jahre gebraucht, bis wir Antworten hatten. Und ehrlich gesagt: Jede Antwort brachte auch wieder neue Fragen. Aber mit jeder Diagnose kam auch Klarheit. Diese Klarheit war befreiend. Sie half uns, Dinge zu verstehen, die wir uns vorher nicht erklären konnten.

Wir nahmen jedes Kind immer so, wie es ist, und passten unser Familienleben den Besonderheiten jedes Einzelnen an. Das führte bei Außenstehenden manchmal zu Kopfschütteln: Warum feiern wir Weihnachten mit der Bescherung am Morgen? Warum weiß manches Kind ganz genau, welche Geschenke es bekommt? Für uns war es selbstverständlich – für andere oft unverständlich.

Darüber werden wir in weiteren Beiträgen noch mehr erzählen.

Schwestern in der Hängematte

Warum ein Blog?

Schon lange sind wir im Bloggergeschäft. Das erste Mal habe ich 2005 über unsere Auswanderung und unser Leben in Norwegen gebloggt – damals hauptsächlich, um Familie und Freunde in Deutschland auf dem Laufenden zu halten.

2017 kam unser Reiseblog Mit Kind im Rucksack dazu. Dort griffen wir auch immer wieder Themen rund um Neurodivergenz auf – vor allem im Zusammenhang mit Reisen.

Doch die Frage blieb: Sollen wir über unser Familienleben einen eigenen Blog machen? Lange hielten wir das für zu privat. Aber irgendwann merkten wir: Unsere Geschichte könnte anderen helfen.

Vor allem nach der kürzlich bestätigten Diagnose Autismus-Spektrum-Störung bei Kind Nr. 3 haben wir – gemeinsam mit unserem Kind – entschieden: Ja, wir starten „Leben mit Vielfalt“.

Wir erinnern uns noch gut daran, wie wir selbst auf der Suche nach Berichten von anderen Eltern waren. Jeder ehrliche Blogartikel, jedes Buch, jeder Forenbeitrag war ein kleiner Rettungsanker: Wir sind nicht allein.
Genau dieses Gefühl möchten wir weitergeben.


Wer wir sind

Am Springbrunnen in Italien Familie

Vier Kinder. Zwei davon inzwischen erwachsen. Und: Wir sind sogar schon Großeltern! Ein Enkelkind macht unser Leben noch bunter.

Unsere Kinder wurden zwischen 1999 und 2016 geboren – mitten im Chaos von Harry-Potter-Hype, ersten Smartphones und dem Übergang von MSN zu WhatsApp. Während Gleichaltrige oft „glatt durch“ gingen, mussten unsere Kinder (und wir als Familie) viele Umwege nehmen.

Manche Umwege waren steinig. Manche überraschend schön.
Und heute? Heute sind wir Experten in Sachen:

  • Elterngespräche überstehen (mit Humor)
  • Therapiepläne jonglieren wie Zirkusakrobaten
  • aus Chaos trotzdem Familienmomente basteln

Vielfalt als Stärke

finja springt über springbrunnen
Immer in Action

Neurodivergenz“ klingt für viele erstmal kompliziert oder bedrohlich. Für uns bedeutet es vor allem eins: Vielfalt.

Unsere Kinder denken anders, fühlen anders, lernen anders. Ja – das macht den Alltag oft komplizierter. Aber es macht unser Leben auch reicher.

Wir haben gelernt: Anpassung ist keine Einbahnstraße. Nicht nur unsere Kinder müssen sich „der Welt anpassen“ – auch die Welt darf sich verändern.


Was euch hier erwartet

Goofy, Kind auf Arm vom Papa, Disneyland Paris
  • Ehrliche Geschichten aus unserem Familienalltag
  • Themen rund um Autismus, Legasthenie und Epilepsie – erklärt, aber immer persönlich
  • Tipps und Erfahrungen, die wir weitergeben wollen
  • Blicke hinter die Kulissen, wenn Diagnosen, Schule und Alltag mal wieder zusammenprallen

Und ganz wichtig: Hier soll Platz für Austausch sein. Für Fragen, Kommentare – und vielleicht auch für eure eigenen Geschichten.


Fazit

„Leben mit Vielfalt“ – das ist für uns mehr als nur ein Blogtitel. Es ist unser Alltag, unser Motto, unser Weg.

Manchmal chaotisch, manchmal laut, manchmal überfordernd. Aber auch voller Liebe, Lachen und unendlich vielen Farben.

Willkommen bei uns. Willkommen in unserer Vielfalt. 💜🌈

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